9. September - Besuch in Haithabu

Moin, ihr Lieben,
wir waren am 09.09.2020 in Haithabu mit der Klasse. War ein toller Tag.
In einer darauffolgenden Deutschstunde machte ich mit den SchülerInnen eine kleine Zeitreise zurück ins Wikingerdorf. Wir lagen wieder in den Fellen um die Feuerstelle, der Tag brach an und sie schlüpften in eine Person der damaligen Zeit. Sie sollten einen Tag in Haithabu niederschreiben. Den folgenden Text schrieb Fynn, 12 Jahre:

Haithabu brennt

 

Wenn ihr das lest, bin ich bestimmt nicht mehr da…

 

Es war ein sehr schöner Tag. Meine Mama hat mir ein Brot gebacken, das habe ich mit meinen Freunden geteilt. Mein Papa hat heute schon den ganzen Tag mit seinen Freunden geredet. Ich wurde immer weggeschickt, und jetzt weiß ich auch warum.

 

Alle waren im Dorf. Den ganzen Tag habe ich mit den Kindern gespielt, bis es anfing dunkel zu werden. Da ging ich nach Hause. Als ich zu Hause war, hat meine Mama geweint. Papa hat gesagt, dass er ein paar Tage weg sein wird. Da wusste ich noch nicht, wohin er ging. Aber wenn Papa sagt, er kommt wieder, dann kommt er auch wieder. Also habe ich Mama getröstet und bin dann schlafen gegangen.

 

Als ich wach wurde, ging ich direkt nachschauen, ob Papa da war. Er war aber nicht da, aber dafür hatte Mama gute Laune. Sie hat mir sogar noch ein Brot gebacken, obwohl ich nur ein Brot pro Woche bekomme. Das hat mir ein bisschen Angst gemacht. Natürlich wollte ich das wieder teilen, aber keiner von meinen Freunden hatte Zeit. Das war ziemlich komisch, weil sie noch nie keine Zeit gehabt haben. Aber auch sonst war niemand draußen. Als ich wieder zu Hause war, hat Mama gesagt, ich solle nicht mehr raus gehen, weil es zu gefährlich sei, aber ich habe mich gefragt warum. Aber sie hat nur gesagt: „Das brauchst du nicht wissen.“

 

Auf einmal hörte ich Schreie. Ich bin direkt rausgerannt. Mir wurde übel, da waren drei halbtote Krieger. Sie waren überall blutig. Mama hat mich direkt wieder ins Haus gebracht. Sie schrie mich an und sagte, dass sie sich nicht gern wiederholt. „Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du nicht raus sollst!“, schrie sie. Ich habe gefragt, ob das auch mit Papa passieren könnte. Sie hat nur geflüstert: „Ich hoffe nicht“, und hat dann angefangen zu weinen.

 

Ich sollte kurz die Blumen gießen. Ich habe ganz weit in der Ferne ganz helle Lichter gesehen und dachte, das wäre Papa, aber als sie immer näherkamen, sah ich viele Menschen – nein – tausende Menschen, die nicht zum Dorf gehörten. Ich habe es durch das ganze Dorf geschrien. Alle haben geschrien: „Sie kommen! Das ist der Untergang von Haithabu!“

 

Sie haben so viele unschuldige Menschen getötet und alles hat gebrannt. Ich bin gerade der letzte, der noch lebt. Ich hoffe, sie finden m……

 


FSJ an der Halligschule

Moin!


Mein Name ist Anna-Louisa Knab, ich bin 20 Jahre alt und komme aus dem Sauerland. In meiner Freizeit reite ich im Verein, schwimme, zeichne, lese, treffe mich mit Freunden und höre gern Musik. Seit dem 1. August arbeite ich in einem freiwilligen sozialen Jahr in der Halligschule auf Hooge. Ich wohne in einer Wohngemeinschaft mit der Halliglehrerin, Manuela Warda, ihrer Tochter und der Hündin Smilla im Schulgebäude.

Zu meinen Tätigkeiten gehört es, die Kinder im Unterricht und beim Lernen zu unterstützen. Des Weiteren biete ich eine Mittagsbetreuung für die Zweit- und Drittklässler an. Nach Schulschluss räume ich den Klassenraum auf. Beispielsweise putze ich die Tafel, schließe die Laptops und Tablets an die Ladekabel an und desinfiziere in Zeiten von Corona die Tische.
Darüber hinaus biete ich nach den Herbstferien Nachhilfekurse ab der 5. bis zur 9.  Klasse in den Fächern Englisch und Mathematik an.
Am Abend bereite ich mit der Halliglehrerin den Unterricht für den nächsten Tag vor. Einmal in der Woche setzen Manuela Warda und ich uns zusammen und halten einen Wochenrückblick ab. In diesem Rahmen sprechen wir über gute und schlechte Erlebnisse und Highlights der Woche. Auch Anmerkungen und Kritik werden thematisiert.
Bei Ausflügen und Klassenfahrten werde ich die Schüler ebenfalls begleiten. Darauf freue ich mich besonders, da ich die Kinder von einer anderen Seite als im Unterricht erleben kann.
Die Hallig ist ein besonderer Lebensraum mit außergewöhnlichen Lebensbedingungen und rapiden Veränderungen in der Natur. Da mich die Natur sehr fasziniert bin ich gerne draußen auf dem Deich und beobachte die beeindruckenden Vogelschwärme.
Ich freue mich auf eine tolle Zeit auf Hallig Hooge, spannende Erfahrungen und Begegnungen mit tollen Menschen.


Praktikum an der Halligschule

Moin!
Ich bin Giulia, 22 Jahre alt, und studiere an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Grundschullehramt. In den vergangenen fünf Wochen habe ich deshalb ein Praktikum in der Schule auf Hooge gemacht und durfte in dieser Zeit unglaublich viele einzigartige Erfahrungen sammeln.
Nachdem ich mir in der ersten Woche den Unterricht erstmal anschaute und den Schulalltag kennenlernte, fand in der zweiten Woche die Projektwoche statt. Hier lernte ich als (Fest-)Landei während einer Wattwanderung und den anderen Projekten einiges, was für die Halligkinder nichts Neues mehr war (“Das weiß doch jedes Kind!”).
Ab der dritten Woche ging es dann daran, selbst Stunden vorzubereiten und die ersten Unterrichtsversuche zu unternehmen. Ich hielt Stunden in Deutsch, Englisch und Kunst in den Klassenstufen zwei bis fünf. So konnte ich viele unterschiedliche Eindrücke gewinnen. Für eine Deutschstunde kam sogar mein Dozent aus Gießen vorbei, der auch sehr neugierig war, was ich so auf Hooge mache und wie der Unterricht an einer so kleinen Schule überhaupt funktioniert.
Auch das Leben auf Hooge hat mir überraschend gut gefallen. Zu Beginn meines Praktikums war es noch richtig warm, sodass man in der Nordsee baden konnte und an den Wochenenden war viel Zeit um die Hallig genauer zu erkunden. Auch einen Ausflug nach Amrum und auf das Festland konnte ich unternehmen.
Ich würde ein Praktikum an einer Halligschule jedem Lehramtsstudierenden empfehlen, der sich dafür interessiert. Man macht ganz besondere Erfahrungen, die man für das weitere Studium und die Praxis in der Schule mitnehmen kann.


Projektwoche Wasser vom 17. bis 21. August 2020

Kaum eine Schule ist so nah mit dem Element Wasser verbunden, wie unsere Halligschulen. In dieser Woche haben wir uns in vielen Bereichen dieses Themas schlau gemacht. Schon im Vorfeld sammelten wir in unserem Themenspeicher, was uns interessiert und was wir erforschen wollen. Ein vielseitiges und spannendes Programm ist daraus entstanden:

Montag

In Zusammenarbeit mit Herrn Ziemek von der Universität Gießen erforschten wir das Leben in unseren Prielen und entdeckten Brackwassergarnelen, Meerasseln, Fische, Schnecken, Seegras und Algen. Einige fingen wir ein und richteten unter fachmännischer Anleitung ein Salzwasseraquarium in unserem Klassenraum ein. Mit von der Partie war auch unser alter Lehrer Herr Jessel, der über 30 Jahre hier unterrichtet hat.

Dienstag

Über Bild und Ton nahmen wir Kontakt zu den Studierenden der Universität Gießen auf, die in diesem Jahr nur virtuell unsere Hallig erkunden. Es gab jede Menge Fragen an uns. Außerdem wurde mikroskopiert und die weiteren Angebote der Projektwoche vorgestellt:

 ·         Was lebt auf den Salzwiesen – wir erstellen ein Herbarium

 ·         Archäologische Funde – wir sind über Rungholt gefahren

 ·         Wasser hat Kraft – wie funktionieren Wasserkraftwerke

Mittwoch

Der Unterricht startete auf den Ockenswarft beim Hooger Wasserwerk. Werner erklärte uns genau, wo das Frischwasser herkommt und wir sahen die großen Tanks und Pumpen. Danach radelten wir zum Klärwerk und bestaunten mit zugehaltener Nase die Gruben und Anlagen. Nach einem Picknick auf dem Deich ging es zurück zur Schule und wir arbeiteten an unseren Projekten.

Donnerstag

Morgens um acht wanderten wir zum Deich und gingen mit Merle von der Schutzstation ins Watt. Bei dieser tollen Wattexkursion erlebten wir, wie es ist, mit geschlossenen Augen durchs Watt zu wandeln, mit Bildern im Schlick zeigte sie uns, wie das mit der Ebbe und der Flut funktioniert und wir suchten alle Tiere der Small Five des Wattenmeeres: Nordseegarnele, Strandkrabbe, Wattwurm, Wattschnecke und Herzmuschel. Anschließend haben wir wieder an den Projekten weitergearbeitet.

Freitag

Heute ging es um alle, die das (Watten-)Meer brauchen. Mit Rollenkarten haben wir uns aus der Sicht der Robbe, des Fischers, des Landwirts, des Naturschützers, des Besitzers eines Windparks, des Austernfischers und des Touristen klar gemacht, wozu derjenige das Wattenmeer braucht, welche Probleme es gibt und wie derjenige zum Schutz beitragen kann. Am Ende haben wir einen kleinen Ratgeber für Touristen zum Schutz unserer schönen Hallig verfasst, den wir noch gestalten und dann drucken wollen.

Die Ergebnisse unserer Projektarbeiten wollen wir im Laufe der nächsten Woche auf der Hanswarft ausstellen. Tolle Sachen sind entstanden, wir haben viel gelernt und es hat Spaß gemacht!

Impressionen